Designer & Designerin

Was macht ein UX Designer?

By
Abdullah Bajrami
on
August 9, 2022

Als UX Designer sorgst du dafür, dass Nutzer ein digitales Produkt wie eine App oder Website einfach anwenden können. Was die weiteren Aufgaben eines UX Designers sind, wie viel Gehalt du verdienen kannst und welche Voraussetzungen du mitbringen solltest, erfährst du in unserem Beitrag.

Ein UX Designer ist dafür zuständig, dass Nutzer ein digitales Produkt einfach verstehen und anwenden können. Sie sollen das Produkt — also eine App oder Website — intuitiv verwenden können, ohne sie erst „lernen“ zu müssen. Der UX Designer ist dann von der ersten Planung bis zur Finalisierung für das Produkt und seine Entwicklung verantwortlich. Dabei liegt sein Fokus immer auf dem Nutzer: Wie verhälter sich und was sind seine Bedürfnisse?

Als UX Designer bist du also die Schnittstelle zwischen Nutzern und Programmierern . Das bedeutet, dass du das Produkt so entwickelst, dass es für den User leicht verständlich und nutzerfreundlich ist, wenn er es bedient. Dafür ist die enge Zusammenarbeit mit dem Entwicklerteam sehr wichtig, um das Nutzungserlebnis eines digitalen Produkts zu gestalten und zu verbessern.

Während des Prozesses bist du als UX Designer in verschiedenen Aufgabenbereichentätig:

  • Konkurrenzanalyse: Zuerst analysierst und vergleichst du Produkte wettbewerbsfähiger Konkurrenten (z. B. mithilfe von Interviews oder Eye-Tracking-Studien).

  • Requirement Engineering: Anhand des Nutzerverhaltens sammelst du Anforderungen an eine Anwendung. Dafür erstellst du Personas, also Nutzermodelle, die deinen Usertyp repräsentieren (Name, Aussehen, typisches Verhalten …).

  • Analyse der Nutzerschritte: Du planst und evaluierst jeden Schritt, den dein Nutzer durchlaufen soll. Für diese User Journey erstellst du sogenannte Flows(Flussdiagramme) oder Storyboards, um die Funktionen für das Produkt festzulegen.
  • Erstellung von Prototypen: Als UX Designer entwickelst du Wireframes und Mockups, also vereinfachte und detailliertere Modelle des Produktdesigns. Die mögliche Umsetzung konzipierst und testest du mithilfe von Prototypen des Produkts — von einfachen Papierformaten (Low-Fidelity) bis hin zu täuschend echten Modellen (High-Fidelity).

  • Testen: Zum Schluss sammelst du Feedback von Usern und Daten zum Nutzungsverhalten, führst Tests zur Gebrauchstauglichkeit des Produkts durch (z. B. A/B Testing, Usability Tests, Remote User Testing) und wertest diese aus, um das Produkt zu verbessern.

Was verdient ein UX Designer?

Als UX Designer mit Bachelorabschluss kannst du mit einem durchschnittlichen Jahresbruttogehalt von 31.900 € in die Berufswelt starten. Mit einem Master ist der Einstieg mit 35.900 € möglich. Sammelst du etwa fünf Jahre Berufserfahrung, kannst du mit einem Gehalt von bis zu 47.000 € rechnen. Zwischen sechs und neun Jahren steigt das jährliche UX Designer Gehalt auf etwa 56.300 €. Bist du schon über zehn Jahre im Beruf, verdienst du 68.200 € und mehr.

Als UX Designer hast du heutzutage sehr gute Karrierechancen. Denn in fast jedem Unternehmen und in jeder Branche gibt es digitale Produkte oder Anwendungen, wie zum Beispiel eine Webseite. Für deren Entwicklungsprozesse sind die Fähigkeiten eines UX Designers sehr gefragt.

Wie wird man UX Designer? Voraussetzungen und Fähigkeiten

Welche Voraussetzungen und Fähigkeiten du mitbringen musst, um UX Designer werden zu können, erfährst du jetzt.

Ausbildung / Studium

Neben spezialisierten Studiengängen wie User Experience Design hast du auch mit einer Reihe anderer Ausbildungen oder Studiengängen gute Chancen eine Karriere als UX Designer zu starten:

  • Bachelor und Master: Grafik/Web-Design, Informatik, Psychologie, User Experience Management/Design, UX Design & Digital Experience
  • Ausbildung: Mediengestaltung

Mit einem zusätzlichen Masterstudium kannst du dich nicht nur als Fachexperte spezialisieren, sondern auch mit einem höheren Gehalt rechnen. Allerdings können eigene Fertigkeiten und berufliche Erfahrungen genauso gefragt sein.

Deshalb haben auch Quereinsteiger durch die vielfältigen Arbeitsbereiche eines UX Designers Chancen, in diesem Beruf Fuß zu fassen. Weiterbildungen, passende Berufserfahrung und individuelle Fähigkeiten erleichtern den Einstieg und die Spezialisierung in einem bestimmten Bereich.

Technologien / Programme

Für die zahlreichen Arbeitsschritte beim Designprozess muss sich ein UX Designer mit verschiedenen digitalen Tools und Technologien auskennen. Dazu gehören:

  • Programmiersprache (JavaScript, HTML, CSS)
  • Design- und Modellierungstools (Balsamiq, Axure RP, Sketch, InVision, Adobe XD)
  • Kenntnisse über Marktforschungsmethoden (Durchführung und Evaluierung von Produkt- und Nutzerforschung)

Neben dem technischen Know-how sind außerdem Kenntnisse in Psychologie und Kommunikationswissenschaften von Vorteil, um das Verhalten und die Bedürfnisse von Nutzern leichter nachvollziehen zu können.

Persönliche Fähigkeiten / Soft Skills

Als UX Designer bringst du verschiedene Soft Skills mit, die beim Auftraggeber gefragt sind und dir den Prozess bei der Gestaltung eines Produkts erleichtern:

  • Kreativität, Empathie und ein ausgeprägtes Verständnis für die Bedürfnisse von Usern
  • Auge fürs Detail und gestalterisches Talent
  • Organisationsfähigkeit und Disziplin
  • analytisches und technologisches Verständnis
  • Neugier und Lernbereitschaft, um die neuesten Trends in den Bereichen Design, Medien und Technologie immer im Blick zu haben
  • Fähigkeit zur Teamarbeit
  • Kommunikationsfähigkeit

Bei der Vorgehensweise in UX Design vereinst du somit fachliches Wissen, technische Kenntnisse und persönliche Fähigkeiten. Das ist in dem Beruf sehr wichtig, da ein starkes UX Design von diesen Fertigkeiten abhängt.


Wo arbeitet ein UX Designer?

Du kannst als UX Designer in den verschiedensten Branchen arbeiten. Von kleineren Startup-Unternehmen bis hin zu Großkonzernen — als UX Designer wirst du im Bereich der digitalen Produktentwicklung immer gebraucht. UX Designer können in folgenden Branchen Arbeit finden:

  • Automobilindustrie
  • Informationstechnologie und Telekommunikation
  • Bank- und Versicherungswesen
  • Tech-Unternehmen
  • Spieleentwickler
  • Medizin / Life Science
  • Industrie
  • Handel
  • Beratung / Consulting
  • Wissenschaftliche Forschung
  • Medien / Internet

Ein Beispiel für die Power von UX Design ist die häufig genutzte Webseite Airbnb. Die Startseite des Wohnungsvermittlers bietet nicht nur im Browser, sondern auch im Mobilformat eine benutzerfreundliche Oberfläche für den User: Der Nutzer kann seinen Zielort direkt in die Eingabemaske schreiben. Dabei überzeugen die ansprechende Optik und die intuitive Bedienung.

UX Design – Best Practices:

  • Schlichtheit: Durch die Konzentration auf das Wesentliche kann der Nutzer sein Ziel schnell erreichen.
  • Styleguide: Die einheitliche Gestaltung ermöglicht ein klares Design und Wiedererkennungswert des digitalen Produkts.
  • Intuitive Benutzung: Die wichtigsten Funktionen, aber auch Hilfestellungen, sind leicht zu finden.


Karrierechancen und Spezialisierung

Deine Karriereperspektiven als UX Designer sehen gut aus: Nachdem du als Junior UX Designer in den Beruf eingestiegen bist, kannst du nach einigen Berufsjahren zum Senior UX Designer aufsteigen. Strebst du eine Führungsposition an, leitest du als Lead UX Designer den gesamten Entwicklungsprozess eines digitalen Produktes oder einer Anwendung. Außerdem kannst du als Führungskraft andere Mitarbeiter schulen, damit sie ihr Fach- und Methodenwissen erweitern.

Es gibt auch zahlreiche Möglichkeiten, dich als UX Designer zu spezialisieren. In Form von Online-Kursen, Blogs, Trainee-Programmen und Büchern hältst du dich auf dem neuesten technischen Stand und eignest dir bestimmtes Fachwissen an. Je nachdem, welche Interessen du hast und in welcher Branche du arbeiten willst, stehen dir als UX Designer dann verschiedene Spezialisierungen zur Verfügung:

SpezialisierungAufgabenUX Researcheruntersucht die Bedürfnisse, Motivation und Zweifel der NutzerUX Consultant

Experte für Unternehmensstrategien, um kommerzielle Herausforderungen zu identifizieren und zu lösen

UI / UX Designer

gestaltet detailliert Benutzeroberflächen

User Requirements Engineer

spezialisiert auf die Anforderungen von Nutzern

Usability Engineer

Experte für die Gebrauchstauglichkeit eines Produkts für den User

Interaktionsdesigner

gestaltet eine benutzerspezifische Interaktion zwischen User und System

Informationsarchitekt

entwirft effiziente Informationswege des Produkts oder der Anwendung

Usability Tester

führt Tests mit Prototypen durch, evaluiert und optimiert sie

Web Deveoper

plant und programmiert Anwendungen oder Online-Seiten

Abgrenzung: UX Designer vs. UI Designer

Oft wird nach einem UI UX Designer gefragt. Manche Aufgabenbereiche von UX UI Designern überschneiden sich, wobei sie aber den Schwerpunkt auf unterschiedliche Aspekte im Entwicklungsprozess setzen. Während ein UX Designer (User Experience)optimale Nutzungserlebnisse garantiert, ist ein UI Designer (User Interface) für die visuelle Gestaltung der Benutzeroberfläche digitaler Produkte verantwortlich.

Eine wichtige Aufgabe von UI Designern ist es zum Beispiel, Use Cases zu dokumentieren, also mögliche Anwendungsinteraktionen, die ein Nutzer mit einem System erledigen kann. Dafür gestalten sie die Benutzungsoberfläche ansprechend und passend für die jeweiligen Endgeräte, z. B. für Smartphone oder Laptop.

Das sind weitere Unterschiede zwischen einem UI/UX Designer:

  • Fokus: Während es beim UX Design um das gesamte Produkterlebnis eines Users geht, fokussiert sich ein UI Designer auf Details beim Erscheinungsbild, den Interaktionsmöglichkeiten und der Darstellung eines Produktes bzw. einer Anwendung.
  • Skills & Methoden: Ein UX Designer setzt sich mit geeigneten Strategien der Produktentwicklung auseinander. Dabei werden Methoden aus der Marktforschung und Verhaltenspsychologie genutzt. Ein UI Designer zeichnet sich eher durch gestalterisches Geschick aus, bei dem der sichere Umgang mit Technologien, Web- und Grafiktools vorausgesetzt wird.

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